Effizienz vs. Effektivität

Heutzutage verlaufen Produktionsprozesse von Industriegütern oft noch linear von „Cradle to Grave“, also „von der Wiege zu Bahre“. Zwar wird angesichts des Klimawandels und immer knapper werdender Rohstoffe zunehmend Wert auf Ökoeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt. Allerdings erschöpft sich dies oft im Versuch, die Menge und Toxizität anfallender Rest- und Giftstoffen so gering wie möglich zu halten. Hat es denn wirklich Sinn, Asbest in Bremsbelägen durch ebenso krebserzeugendes Antimon zu ersetzen? Dass Schadensbegrenzung ohne Berücksichtigung systemischer Zusammenhänge auch nach hinten losgehen kann, zeigt sich am Beispiel der Biodiesel-Förderung. Aufgrund des erhöhten europäischen Bedarfs an Speiseöl lassen Länder wie Brasilien und Indonesien riesige Flächen Regenwald abholzen, um Palmen für die Biospritproduktion anzupflanzen. Während ein Hektar Regenwald bis zu 300 Tonnen Kohlendioxid speichert, kommt eine Palmenplantage derselben Größe nur auf ca. 40 Tonnen. Rechnet man da noch den Transport des Öls nach Europa hinzu, bleibt von der Umweltfreundlichkeit des „ökologischen“ Treibstoffes wohl nicht mehr viel übrig.